Das PEKiP®-Konzept
Das Prager-Eltern-Kind-Programm ist ein Konzept für die Gruppenarbeit mit Eltern und ihren Kindern im ersten Lebensjahr.
Ziel des PEKiP® ist es, Eltern und Babys im sensiblen Prozess des Zueinanderfindens zu unterstützen, um
- das Baby in seiner momentanen Situation und seiner Entwicklung wahrzunehmen, zu begleiten und zu fördern;
- die Beziehung zwischen dem Baby und seinen Eltern zu stärken und zu vertiefen;
- die Eltern in ihrer Situation zu begleiten und den Erfahrungsaustausch sowie die Kontakte der Eltern untereinander zu fördern;
- dem Baby Kontakte zu Gleichaltrigen zu ermöglichen.
Ab der 4. - 6. Lebenswoche treffen sich junge Eltern mit ihren Babys in kleinen Gruppen. Im Mittelpunkt stehen in der Gruppenarbeit die PEKiP® - Spiel-, Bewegungs- und Sinnesanregungen für Eltern und Kinder. Generationsübergreifend sind Eltern und Kinder gemeinsam spielend tätig.
Elternbildung
Entsprechend seiner Satzung hat der PEKiP Verein das Bildungsverständnis im PEKiP® formuliert.
U.a. werden zu folgenden Fragestellungen Aussagen getroffen:
- Wie wird das Lernen in der Gruppe selbstbestimmt und miteinander abgestimmt?
- Welcher Anspruch wird an das qualitätsorientierte Bildungsangebot PEKiP® gestellt?
- Welcher Auftrag wird in der prozessorientierten Bildungsarbeit umgesetzt?
Im gemeinsamen Spiel lernen sich Mutter/Vater und Kind besser kennen. Die angebotenen Anregungen sind dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes angemessen.
Eltern haben die Möglichkeit, ihr Baby über das erste Lebensjahr in jeder Entwicklungsphase bewusster zu erleben und es durch Spiel und Bewegung anzuregen.
Gruppenarbeit
Entwicklungs- und Erziehungsfragen aus dem Alltag junger Familien werden in der PEKiP®-Gruppenarbeit aufgegriffen und geben den Eltern die Möglichkeit, sich einen Hintergrund für viele wichtige Entscheidungen zu schaffen. Die Kontakte in der Gruppe ermöglichen es den Eltern, ihre Erfahrungen auszutauschen und miteinander und voneinander zu lernen.
Die Kinder erleben erste soziale Beziehungen zu Gleichaltrigen im Beisein ihrer Eltern. Die Babys regen sich gegenseitig zu Bewegungen, Lautäußerungen und zur Erforschung ihrer Umwelt an und haben Freude im Kontakt miteinander.
Das PEKiP® unterstützt den Aufbau der positiven Beziehung sowohl zwischen Eltern und Kind als auch zwischen allen Gruppenmitgliedern durch gemeinsames Erleben von Bewegung, Spiel und Freude.
Standards
Die Gruppenarbeit beginnt mit Müttern/Vätern und ihren Babys im Alter von vier bis sechs Wochen.
Zu einer PEKiP®-Gruppe gehören 6-8 Erwachsene mit ihren Babys im gleichen Alter.
Die Gruppentreffen finden einmal pro Woche statt und dauern 90 Minuten.
Die Gruppe bleibt während des ersten Lebensjahres der Kinder zusammen.
Verbreitung
Das Bildungskonzept PEKiP® wird von mehr als 1800 Institutionen der Eltern- und Familienbildung durchgeführt.
Zur Zeit erreichen rund 2600 aktive PEKiP®-GruppenleiterInnen über diese Anbieter in Deutschland, der Schweiz und Österreich mehr als 65 000 Familien pro Woche über das gesamte erste Lebensjahr des Kindes.
Da Elternbildungs-Anbieter der Kommunen und Wohlfahrtsverbände in höherer Verbreitung in städtischen Gebieten zu finden sind, haben Eltern in ländlichen Gebieten weniger Auswahl an PEKiP®-Kursen.
Medien
Eltern finden Anregungen für die PEKiP-Spiele zuhause in den Büchern von Liesel Polinski, Anne Pulkkinen und Monika Thiel.
Die Autorinnen beschreiben, wie wichtig das Beobachten des Kindes ist, welche Bedeutung dem Spielen bei der Entwicklung zukommt und wie Eltern den wachsenden Fähigkeiten ihres Babys vertrauen können.
Die PEKiP®-DVD von Liesel Polinski und Katrin Krüger informiert über Erziehung, gibt praktische Tipps zu geeignetem Spielzeug und zeigt PEKiP-Spiele.
Fachleute erhalten vertiefende Informationen über die Entwicklung des Prager-Eltern-Kind-Programms und die wissenschaftlichen Untersuchungen im Buch von Gertrud Scherer und Dieter Höltershinken.
Prävention
PEKiP und Prävention
PEKiP®-Kurse unterstützen Verhaltensänderungen der Eltern im Sinne von vorbeugender Gesundheitsbildung sowie die Förderung der gesunden körperlichen Entwicklung des Kindes. Der Transfer der Lernerfolge in den Alltag wird durch den PEKiP®-Kurs begleitet und unterstützt.Gesundheitsgefährdende, Stress auslösende Faktoren für Eltern und Kinder sind zu einem erheblichen Teil durch die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung bedingt. Junge Eltern sind Risikobelastungen ausgesetzt, da Modelllernen und Erfahrungsaustausch aufgrund der Vereinzelung junger Familien zwischen Beruf und dem Leben in der Kleinfamilie immer weniger möglich wird.
Im Rahmen einer primären Prävention können Eltern unterstützt werden.
Für die psychische Entwicklung des Babys hat die Begleitung und Unterstützung junger Eltern einen hohen Stellenwert. Eltern entwickeln so eine optimierte Erziehungshaltung und erfahren Wertschätzung und Unterstützung ihrer mütterlichen oder väterlichen Früherziehung im Rahmen einer Primärprävention.
Nach einer solchen Bearbeitung kann deutlicher unterschieden werden zwischen fremdbestimmten, überfordernden Leistungsanforderungen und der Bewältigung von Aufgaben und Lernprozessen, welche entwicklungsgemäß eine Leistung im Sinne der Selbstverwirklichung bedeuten.
Gerade weil die Gruppenarbeit des Prager-Eltern-Kind-Programms über einen längeren Zeitraum stattfindet, besteht die Chance, Leistungsanforderungen von Eltern gegenüber ihren Kindern, die vor allem einer unverständlichen Einschätzung der Entwicklung ihrer Kinder entspringen oder aus der Gruppensituation provoziert sind, wirksam zu bearbeiten und neue Verhaltensmöglichkeiten zu erproben.
Dem gesellschaftlichen Leistungsdruck können Elterndurch größere Bewusstheit eher begegnen.
Langfristig ausgerichtete Prävention muss bereits im frühen Kindesalter ansetzen und insbesondere auch bei den Eltern Eigenverantwortlichkeit und Gesundheitsbewusstsein stärken.
Die wöchentlichen Treffen der PEKiP ® - Gruppen schaffen das fehlende Beziehungsnetz zwischen den beteiligten Eltern und Kindern. Das Kind lernt, sich in der Interaktion mit Begegnung und Abgrenzung auf andere Kinder zu beziehen. Die Eltern lernen einerseits weitere Spielmöglichkeiten mit ihren Kindern, andererseits aber auch ein flexibleres und reicheres Bewältigungsrepertoire im Umgang mit Schwierigkeiten.
Präventive Ziele des PEKiP®
- Gruppenarbeit strukturiert sich durch das Spiel- und Bewegungsangebot.
- Ausgangspunkt sind die momentanen Bedürfnisse des Kindes.
- Kinder lernen durch die Beobachtung der anderen Babys (Lernen am Modell).
- Eltern informieren sich gegenseitig über ein angemessenes erzieherisches Handeln.
- Gemeinsames Spiel setzt aktives
Lernen über bereits gemachte
Erfahrungen in Gang.
Wissenschaftliche Forschungen belegen die Bedeutung des Spiels als wichtige Interaktionsform zwischen Eltern und Kind.
Die PEKiP-GruppenleiterInnen erbringen entsprechende Leistungen, welche den Anforderungen eines multimodalen Entspannungsprogramms, insbesondere für die teilnehmenden Eltern, im Sinne der “Gemeinsamen und einheitlichen Handlungsfelder und Kriterien der Spitzenverbände der Krankenkasse zur Umsetzung von § 20 Abs. 1 und 2 SGB V vom 21. Juni 2000“ in der jeweils aktuellen Fassung. Er umfasst mindestens 10 Kurstreffen von 90 Minuten. Es nehmen höchstens 8 Erwachsene mit ihren Kindern teil.
Und hier die Verträge für die PEKiP-GruppenleiterInnen zum Downloaden:
Vertrag BKK - PEKiP mit GL
Nutzungsvertrag und Vertrag BKK - PEKiP mit GL
Nutzungsvertrag und Vertrag BKK - PEKiP mit SupervisandIn